Samstag, 23 Januar 2016 16:44

Viele Bauvorhaben, weniger Flüchtlinge und „Aufbruchsstimmung“

Bürgermeister Uwe Möller und Bürgervorsteherin Heike Gronau-Schmidt informierten gemeinsam über die Flüchtlingssituation in Büchen. Bürgermeister Uwe Möller und Bürgervorsteherin Heike Gronau-Schmidt informierten gemeinsam über die Flüchtlingssituation in Büchen. Foto: W. Reichenbächer

Gut besuchte Einwohnerversammlung in Büchen

 

Büchen (wre). Über 200 Gäste drängten sich in die kleine Turnhalle des Büchener Schulzentrums, um bei der Einwohnerversammlung aus erster Hand zu erfahren, wo Büchen steht. Was gab es im vergangenen Jahr, was kommt auf Büchen zu? Diese Fragen wurden umfassend beantwortet. Aber auch die obligatorischen Ehrungen der Sportler, und die Auszeichnung des Bürgers des Jahres gab es. Dort gab es eine besondere Überraschung, denn in diesem Jahr wurde eine Gruppe von den Juroren ausgewählt. Nicht weniger wichtig war aber im Anschluss des offiziellen Teils die Möglichkeit sich auszutauschen, und an den Stellwänden über Projekte zu informieren. Und ein großes Fass Freibier konnte dann auch so manchen Besucher überzeugen, noch ein bisschen zu bleiben. Für die musikalische Begleitung sorgten Jessen und Melzer, die mit bekannten Oldies für Stimmung sorgten.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bürgervorsteherin Heike Gronau-Schmidt, die die Besucher gleich mehrsprachig begrüßte. „Bei den Neujahrsempfängen in diesem Jahr ist das Thema Flüchtlinge immer im Mittelpunkt gewesen, auch wir werden darauf eingehen“, so die Bürgervorsteherin. „Es ist die Zeit des Aufbruchs und des Wandels“, ergänzte Gronau-Schmidt. Dabei wünschte sie allen Bürgern Vertrauen in die Zukunft. „Wir sollten nicht ängstlich sein, und am Alten festhalten wollen“.

 

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Die Prüfer der ESV-Sportabzeichen-Abteilung durften sich auch eine Auszeichnung abholen. Foto: W. Reichenbächer

 

Die Ehrungen auf der Bühne wurden fast zu einer Massenveranstaltung. Denn in vielen Bereichen wurden gleich mehrere Personen gleichzeitig geehrt. Bert Müller, Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Soziales nahm die Ehrung der Sportler vor. Mannschaft des Jahres wurden Wolf-Achim Baranowski, Karlheinz Volles und Gerd Brokmann des Schützenvereins Büchen. Sie erzielten bei der Klasse Senioren B mit dem Kleinkaliber-Gewehr den Deutschen Meistertitel. In der Disziplin Gewehr/Zielfernrohr errangen sie den vierten Platz. Im vergangenen Jahr konnten sie auch sieben Kreismeistertitel gewinnen.
Wolf-Achim Baranowski wurde auch als Einzelsportler geehrt. In der Klasse Senioren C wurde er deutscher Meister mit dem Kleinkaliber. Erfolge konnte er auch auf Kreis- und Landesebene feiern.
Für besondere sportliche Verdienste wurde Elfriede Wunderlich geehrt. Sie ist die älteste aktive Sportlerin im ESV. Seit 47 Jahren ist sie Mitglied in dem Verein.
Heide Gruneberg wurde für ihre Tätigkeit beim DLRG geehrt. Dort ist sie für die Schwimm- und Rettungsausbildung sowie als Jugendgruppenleiterin engagiert. Zusätzlich ist sie Ressortleiterin für Schwimmen, Retten und Sport bei der DLRG Büchen.
Voll wurde es wieder auf der Bühne, als es an die Auszeichnung der Sportabzeichen-Abteilung des ESV ging. Seit 50 Jahren kann man beim ESV das Sportabzeichen ablegen. Geehrt wurden Max Albrecht, Sigrid Albrecht, Dieter Bremer, Carmen Dittmer, Jana Henning, Klaus Jacobsen, Peter Kasten, Britta Lange, Michaela Lorenz, Anett Sauer, Fridtjof Schummel, Nanna Staeck, Monika Stingl, Otto Stingl, Walter Timmermann, Udo Wieckhorst und Dieter Schieschke.

 

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Bürgervorsteherin Heike Gronau-Schmidt (m.) mit einem Teil der Ehrenbürger 2015. Foto: W. Reichenbächer

 

Etwas enger als gewöhnlich wurde es auch bei der Auszeichnung des Bürgers des Jahres. Die Jury hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, in diesem Jahr gleich eine ganze Gruppe zu ehren. Ausgewählt wurde das Blutspendeteam des DRK, das aus Peter und Angela Alster, Elke Schwertfeger, Sigrid Schlisio, Birgit Kroh, Gabriele Knaack und Monika Maak besteht. Peter Alster, der an dem Abend verhindert war, ist bereits seit an den Anfangstagen im Jahre 1970 dabei. Im vergangenen Jahr wurden 534 Blutspender betreut und beköstigt, was ungefähr 242 Stunden ehrenamtlicher Arbeit entspricht.

Einen längeren Vortrag gab es von Bürgermeister Uwe Möller. Er ließ noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren, und wagte einen Ausblick auf die kommenden Monate und Jahre. Zu den Highlights 2015 gehörten neben dem 20-jährigen Partnerschafts-Jubiläum mit der finnischen Gemeinde Liperi auch das 125-jährige Feuerwehrjubiläum oder das 25-jährige Jubiläum der einseitig gesperrten Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal. „Jetzt gilt es dran zu bleiben“, so Möller nach dem Hinweis, dass es bereits gute Gespräche mit Verkehrsminister Reinhard Meyer gegeben habe.
Aber auch über Baumaßnahmen sprach Möller. Ob nun den Schulerweiterungsbau, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED oder die Sanierung der L200.

Für die Zukunft stehen diverse weitere Baumaßnahmen an. Ein neues Jugendzentrum wird am Schulweg gebaut. Die Bahnhofsumgestaltung geht weiter, und Büchen wird sich erstmalig selber beim sozialen Wohnungsbau engagieren. Die Gemeinde hat bereits jetzt zu wenig günstigen Wohnraum, und durch die Anmietung für Flüchtlinge wurde dieser noch knapper. Der Mietpreis für die Wohnungen soll 5,20 Euro je Quadratmeter betragen.
Auch der Bau eines Ärztehauses und eines Servicegebäudes am Waldschwimmbad stehen an. Sind die Pläne für das Servicegebäude bereits konkret, und ein Bauantrag eingereicht, wird am Ärztehaus noch geplant. Gebaut werden soll auch eine neue Rettungswache mit Unterstellplatz für den Rettungswagen. Damit sollen die Zeiten ausgedehnt werden, wo ein Rettungswagen in Büchen vor Ort ist.

Gemeinsam erklärten zum Schluss der Veranstaltung Bürgermeister Uwe Möller und Bürgervorsteherin Heike Gronau-Schmidt die Flüchtlingssituation im Amt. Mit Stand Dezember 2015 lebten im Amt Büchen 206 Flüchtlinge, davon 58 Kinder und Jugendliche. „Das entspricht bei 13.700 Einwohnern im Amt einem Anteil von 1,5 Prozent an Flüchtlingen“, so Möller. Für das Jahr 2016 wurden bisher 250 Zuweisungen berechnet. „Die Prognose wurde nun aber auf 150 Flüchtlinge in diesem Jahr korrigiert“, berichtete Möller. Dies würde die Situation erst einmal etwas entlasten. Möller machte aber auch klar, dass sich die Zahlen wieder jederzeit ändern könnten.
„Wo fängt Integration an? Mit einem Lächeln“, so Gronau-Schmidt. Sie erklärte, wie die Integration im Amt abläuft, und welche Angebote es für die Flüchtlinge gibt. „Echte Integration wird erst durch die Sprache möglich“, ergänzte die Bürgervorsteherin. Daher nimmt der Sprachunterricht einen großen Teil der Zeit ein. Während eines einfachen Integrationskurses, der 600 Stunden dauert, wird neben der Sprache auch die Lebensweise in Deutschland vermittelt. Zum Abschluss gibt es eine Prüfung.

Letzte Änderung am Donnerstag, 31 März 2016 10:47

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