Donnerstag, 25 Februar 2016 18:25

Zukunft des Güterverkehrs immer noch unklar

Bahn-Vertriebsleiter für den Regionalbereich Nord Jürgen Motzkau legt heute Berechnungen der Bahn vor, die die Diskussionsteilnehmer allerdings nicht zufriedenstellten. Bahn-Vertriebsleiter für den Regionalbereich Nord Jürgen Motzkau legt heute Berechnungen der Bahn vor, die die Diskussionsteilnehmer allerdings nicht zufriedenstellten. Foto: W. Reichenbächer

Prognosen der Bahn sind nicht aussagekräftig genug

 

Büchen (wre). Bereits zum zweiten Mal fand in Büchen eine Veranstaltung zum Thema Güterzugverkehr statt. Bereits Ende Dezember trafen sich Politiker und die Bahn, um über die Zukunft und mögliche Belastungen für Anwohner zu diskutieren (wir berichteten). Damals bekam die Bahn ein paar Hausaufgaben mit auf den Weg, um einmal die unterschiedlichen Szenarien durchzurechnen. Doch heute stellte sich heraus, nur ein Teil der Aufgaben wurde erledigt, es blieben wieder viele Fragen offen.

Verkehrsminister Reinhard Meyer nutze seinen Besuch in Büchen, wo er einen Förderbescheid für Baumaßnahmen am Bahnhof übergab, um wieder gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Möller zu einer großen Diskussionsrunde einzuladen. Neben den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden im Südkreis waren auch Landrat Christoph Mager und die Landtags- und Bundestagsabgeordneten des Kreises eingeladen. Während die Bundestagsabgeordneten in Berlin benötig wurden, fand sich eine große Runde in Büchen ein. Die Bahn hatte den Vertriebsleiter Jürgen Motzkau geschickt, um die künftigen Prognosen zu erläutern.

Verkehrsminister Meyer erinnerte noch einmal daran, dass Schleswig-Holstein überrumpelt wurde, als in Niedersachsen eine neue Trassenführung festgelegt wurde. „Es ist wichtig, dass neben Hamburg auch Schleswig-Holstein mit eingebunden wird“, forderte Meyer. Ob es einen Ausbau der Strecke im Südkreis geben wird, wird der Bundesverkehrswegeplan zeigen, der noch vor Ostern veröffentlicht werden soll. Wie Meyer erklärte, rechnet er aber nicht damit, dass ein Ausbau der Strecke Lübeck – Lüneburg im vordringlichen Bedarf stehen wird. Das Land hatte die Strecke angemeldet, um eine Elektrifizierung zu erreichen. Durch die neue Entwicklung wäre es für die Anwohner aber wohl besser, dass es keinen Ausbau geben wird.

Jürgen Motzkau erläuterte einige Zahlen, die sich auf ein Gutachten vom Bund beziehen. Ob diese Zahlen dann zutreffen, bleibt offen. „Wir müssen uns auf diese Zahlen verlassen. Man kann nicht zehn Jahre im Voraus abgesehen, wie viele Züge fahren werden“, so Motzkau. Es gibt eine Ursprüngliche Prognose in Höhe von 149 Güterzügen, die täglich im Jahre 2030 durch Büchen fahren würden. Nun sollen es mit der geplanten Alpha-E-Variante 54 Züge sein. Damit würde der heutige Stand gehalten werden. Doch dazu müsste auch der geplante Ausbau in Niedersachsen erfolgen. „In Lüneburg wird man wohl dagegen klagen“, merkte Landrat Mager an. Kritik gab es auch von den Teilnehmern, dass es keine Alternativrechnungen der Bahn gibt. Es gibt keine Berechnungen, wie viele Züge auf der Strecke fahren könnten, und keine Berechnungen darüber, was passiert, wenn der Ausbau etwa auf niedersächsischer Seite ins Stoppen gerät.

„Wir müssen dafür kämpfen, dass die Anbindung Uelzen – Stendal auch wirklich kommt, und die Güterzüge von der Fehmarnbeltquerung über Mecklenburg-Vorpommern geleitet werden“, so Meyer. Denn sonst würde ein deutlich höheres Aufkommen an Güterzügen durch den Kreis fahren. Da die Zahlen der Bahn derzeit wenig belastbar sind, sollen noch einmal Berechnungen vorgenommen werden was passiert, wenn sich doch der Güterverkehr erhöht, oder einzelne Streckenabschnitte nicht wie geplant ausgebaut werden.

Am 20. April wird die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer um 18 Uhr in Schröders Hotel in Schwarzenbek eine öffentliche Informationsveranstaltung zu diesem Thema durchführen. Dann wollen auch wieder die Bürgermeister und Politiker zusammenkommen, um sich anzuhören, ob es inzwischen belastbarere Zahlen von der Bahn gibt.

Letzte Änderung am Donnerstag, 31 März 2016 10:41

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