Dienstag, 14 Juni 2016 14:31

Zoff um den Skulpturenpark

Viele Besucher verirren sich nicht in den Skulpturenpark an den Bahngleisen hinter dem P+R Parkplatz. Der Büchener Künstler Ludwig Vöpel will aber weiterhin auch aktuelle Kunstwerke dort ausstellen dürfen. Viele Besucher verirren sich nicht in den Skulpturenpark an den Bahngleisen hinter dem P+R Parkplatz. Der Büchener Künstler Ludwig Vöpel will aber weiterhin auch aktuelle Kunstwerke dort ausstellen dürfen. Foto: W. Reichenbächer

Politik und Künstler Vöpel können sich nicht auf weiteres Vorgehen einigen

 

Büchen (wre). Die Ausschusssitzungen in Büchen laufen eigentlich immer recht ruhig ab. Dass es auch Ausnahmen gibt, zeigte die vergangene Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Soziales der Gemeinde Büchen. Streitpunkt war der Skulpturenpark an der Bahnstrecke, der vom Büchener Künstler Ludwig Vöpel genutzt wird. Dieser hatte beschädigte Kunstwerke ausgetauscht, was er laut Pachtvertrag nicht hätte tun dürfen. Die Diskussion endete damit, das Vöpel lautstark und unter Protest den Sitzungssaal verließ.

Am Künstler Vöpel scheiden sich die Geister. Während er für die einen geniale Kunstwerke meist aus Eisen und Steinen fertigt, zeigen sich Kritiker wenig von der Schaffenskraft beeindruckt. Seit gut zehn Jahren nutz Vöpel neben den Bahngleisen eine gepachtete Fläche, um dort seine Werke auszustellen. Vor zwei Jahren wurde der Vertrag verlängert, mit der Auflage, dass keine neuen Kunstwerke mehr dort hingestellt werden dürfen. Aber genau dies hat Vöpel gemacht. Nach Vandalismusschäden wurden kurzerhand einige Werke ausgetauscht. Damit verstieß er gegen den geltenden Pachtvertrag. „Den hat man mir inhaltlich aufgezwungen“, so Vöpel währen der Sitzung, er wolle sich auch nicht in seiner künstlerischen Freiheit einschränken lassen. Für Lars Schwieger (SPD) ist aber klar, dass man dies nicht einfach durchgehen lassen kann. „Es gab auch eine Frist bis zum 30. Mai, um die Standsicherheit der neuen Kunstwerke herzustellen“, so Büchens Kulturpfleger Dr. Heinz Bohlmann, „doch diese Frist verstrich ergebnislos“.

Der Pachtvertrag ist eindeutig, demnach müsste Vöpel seine neuen Skulpturen wieder abholen. Es wäre auch eine Zwangsräumung möglich. Doch soweit muss es gar nicht kommen, wie Hartmut Werner (SPD) erklärt. Es müsste dazu allerdings eine Vertragsänderung beschlossen werden. „Fakt ist, dass Herr Vöpel mich vor 14 Tagen in der Funktion als Fraktionsvorsitzender in der Angelegenheit Skulpturenpark anrief. In diesem Gespräch habe ich Herrn Vöpel aufgefordert, einen Antrag bezüglich einer Änderung des Vertrages zum Skulpturenpark zu stellen. Gemäß der Geschäftsordnung der Gemeinde Büchen ist der Hauptausschuss für Vertragsangelegenheiten zuständig. Dieses habe ich Herrn Vöpel mitgeteilt. Dieser Empfehlung ist Herr Vöpel bis heute nicht nachgekommen“, so Werner. Der Hauptausschuss tagt am 27. Juni, bis dahin habe Vöpel noch Zeit, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Von Seiten der CDU denkt man sogar über eine Ausweitung und Aufwertung des Skulpturenparks nach. Doch dies wird nicht einfach umsetzbar sein. Bei größeren Veränderungen muss wieder die untere Naturschutzbehörde mit ins Boot geholt werden, die dann zu prüfen hat, ob die Fläche aus naturschutzrechtlicher Sicht überhaupt mehr als bisher genutzt werden darf.

Zu einem Ergebnis kam der Ausschuss nicht, mehr als eine Empfehlung für den Hauptausschuss hätte es wohl aber auch nicht geben können. Vöpel verließ daraufhin lautstark den Sitzungssaal, und machte klar, was er von der Lokalpolitik, und vor allem von Lars Schwieger hält. „Es ist für mich völlig inakzeptabel, einen Fraktionskollegen von mir, in einer öffentlichen Sitzung als Idioten zu bezeichnen. Der Ausschussvorsitzende Bert Müller (CDU) war dieser Situation wohl auch noch nicht gewachsen“, schließt Werner ab, und hofft nun auf eine Einigung im Hauptausschuss, wenn es dann einen Antrag des Künstlers gibt.

Letzte Änderung am Dienstag, 14 Juni 2016 14:50

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Mittwoch, 15 Juni 2016 17:31 gepostet von Uwe Schmidt

    Da hat Büchen nun einen über weite Kreise hinaus bekannten und "anerkannten Künstler"wie Ludwig Vöpel, aber wird das in Büchen auch anerkannt? Aus engagierter Eigenintiative entfernte er von "NIchtverstehern" beschmierte Objekte und ersetzte sie gegen "anschaubare" Werke, Alle Achtung, das nenne ich Professionalitä!. Pachtvertrag hin oder her, wollte man in Büchen einen Kunstpark oder nicht? Anstatt den Künstler in seinem Tun zu untersützen bereitet man ihm nun enorme Schwierigkeiten. Arme SPD, die doch so volksnah sein will! Mir wird bei der Argumentation von Politikern dieser Partei in Büchen nur noch übel, denn sie haben nichts verstanden....

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