Samstag, 11 Februar 2017 13:55

Gut besuchter Neujahrsempfang der CDU und Jungen Union

Klaus Schlie hielt vor der Fahrt nach Berlin zur Bundespräsidentenwahl eine kämpferische Rede. Klaus Schlie hielt vor der Fahrt nach Berlin zur Bundespräsidentenwahl eine kämpferische Rede. Foto: W. Reichenbächer

Wahlkampfeinstimmung in Fitzen: „Angela Merkel im Gegensatz zu Martin Schulz kein Dampfplauderer“

 

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Fitzen (wre). Auch wenn bereits Mitte Februar ist, hatten die CDU Amtsverbände und die Junge Union Büchen noch zu einem Neujahrsempfang geladen. Und zahlreiche Mitglieder nutzen die Möglichkeit sich zu informieren und auszutauschen. Aber auch Gäste waren nach Fitzen gekommen, um den persönlichen Kontakt zu suchen. Neben den beiden Landtagskandidaten für den Nordkreis, Klaus Schlie, und dem Südkreis, Andrea Tschacher, waren auch viele Gemeindevertreter vor Ort. Auch der ehemalige Bürgermeister aus Büchen, Günter Mund (CDU), stattete dem Empfang einen Besuch ab.

Durch die Veranstaltung führte der Kreistagsabgeordnete Jens Born, der das Engagement der Jungen Union (JU) lobte. „Ihr seid laut und wahrnehmbar“, so Born, „es macht Spaß mit der Jungen Union“. Der JU-Vorsitzende Florian Slopianka nutze die Gelegenheit, einmal zu erklären, was die JU denn so macht, und erklärte, dass sie die jungen Wilden seien. Sie wollen sich unter anderem für mehr Verkehrssichert und Jugend einsetzen. „Wir wollen aber auch keine überdimensionierte Prestige Projekte wie sie etwa für das neue Jugendzentrum geplant sind“, so Slopianka. Dabei hob der JU Vorsitzende hervor, welche Kompetenzen die CDU mitbringe. „Dazu zählen vor allem auch die Finanzen. Sozialdemokraten können nicht mit Geld umgehen, und das gilt auch für Büchen“, erklärte Slopianka.

Landtagspräsident Klaus Schlie war als Kandidat für den Nordkreis vor Ort. Dabei bemängelte er, dass die Infrastruktur im Kreis besser werden müsse. „Es ist wichtig, dass sich die Menschen hier wohlfühlen“, so Schlie. Allerdings, so kritisierte Schlie, würden viele Projekte nicht umgesetzt werden können, weil das Land keine Planungskapazitäten frei hätte.

Eine deutliche Kritik ging auch in Richtung der Naturschutzverbände. Am Hamburger Hafen hängen viele Arbeitsplätze, und durch die Verzögerung der Elbvertiefung könne die ganze Region geschädigt werden. „Man sollte hinterfragen, ob Naturschutzverbände, die noch nicht einmal gewählt wurden, ein so großes Klagerecht haben sollten“, stellte Klaus Schlie in Frage.

Den ehemaligen Innenminister liegt die innere Sicherheit besonders am Herzen. „(Innenminister) Stefan Studt ist ein hervorragender Finanzbeamter, aber als Innenminister muss man auch wissen, wie man mit der Polizei umgeht“, so Schlie. In diesem Zusammenhang bemängelte Schlie die Schließung von kleinen Polizeistationen. „Ich habe zwar selber die Schließung der kleinen 1 bis 2 Manndienststellen gefordert, aber nun sollen auch größere Dienststellen geschlossen werden“, erklärte Klaus Schlie. Auch müsse die Wasserschutzpolizei wieder im Herzogtum präsent sein.

Eine Kritik ging auch an die Gerichte. „Bis zu sieben Angriffe gibt es pro Tag in Schleswig-Holstein auf Polizisten“, so Schlie. Da sei zwar die Verschärfung der Gesetze richtig, die vom Bund vorgenommen wurden, aber die Gerichte dürften nicht nur Mindesturteile verhängen. „Nach meinem Empfinden sind die Urteile oft zu lasch“, so Schlie. „Der Polizist, der Anis Amri in Italien erschossen hat, wird dort als Nationalheld gefeiert, bei uns würde er vor Gericht stehen“, erklärt Schlie, denn in Schleswig-Holstein gibt es keine rechtliche Grundlage für einen finalen Rettungsschuss.

Eine Schelte ging auch in Richtung der Grünen. Man müsse die Geheimdienste auch im Geheimen arbeiten lassen, und könne nicht fordern, dass alles öffentlich gemacht wird. Auch sei eine Massenhafte Telefonüberwachung personell gar nicht durchführbar.

Zum Abschluss seiner Rede erklärte Schlie, dass Ministerpräsident Torsten Albig zwar durchs Land fahre, und schöne Reden halten würde, aber regieren tut dann doch Ralf Stegner. Schlie griff auch die Worte von Wolfgang Schäuble auf, und erklärte im Hinblick auf die Bundestagswahl im Herbst, dass Angela Merkel im Gegensatz zu Martin Schulz kein Dampfplauderer sei.

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Andrea Tschacher im Gespräch mit Florian Slopianka. Foto: W. Reichenbächer

 

Etwas kürzer hielt die Landtagskandidatin Andrea Tschacher ihre Rede, die als „Nachbarin“ gekommen sei, denn in Büchen kann man sie nicht wählen, dort wird der Kandidat des Nordkreises gewählt. Tschacher erklärte, dass sie sich über die große Unterstützung freue, die sie bisher erfahren hat. Sie wolle im Wahlkampf vor allem das persönliche Gespräch suchen.
Auch für Tschacher sei die innere Sicherheit ein zentrales Thema. „Die Polizei muss im Wohnumfeld sicht- und spürbar bleiben“, sagte Tschacher. Die Landtagswahl am 7. Mai sei daher auch eine Abstimmung, ob die Polizei im ländlichen Raum erhalten bleiben soll.
Weitere wichtige Themen sind für Andrea Tschacher unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie die Förderung des Handwerks. Sie nahm auch die mahnenden Worte von Klaus Schlie auf, dass der SSW die kleinen Gemeinden und Ämter zu Großgemeinden zusammenschließen will. „Ich trete auch für die Eigenständigkeit der kleinen Gemeinden ein“, so Tschacher. „Wir haben die besten Chancen wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen“, schloss Tschacher kämpferisch ab.

Letzte Änderung am Samstag, 11 Februar 2017 14:06

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