Mittwoch, 29 März 2017 17:01

Gesundheitsministerin Alheit besucht Pilotprojekt in Büchen

Gesundheitsministerin Kristin Alheit lässt sich von Qassem Mohammad die rollende Praxis zeigen. Gesundheitsministerin Kristin Alheit lässt sich von Qassem Mohammad die rollende Praxis zeigen. Fotos: W. Reichenbächer

Rollende Arztpraxis versorgt Flüchtlinge vor Ort

 

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Büchen (wre). Gesundheitsministerin Kristin Alheit machte heute Station in Büchen, um sich die rollende Arztpraxis anzusehen, die einmal wöchentlich bei den Wohncontainer der Flüchtlinge hält, um diese ärztlich zu versorgen. „Das ist ein bundesweit einmaliges Projekt“, freut sich Alheit. Das Projekt wird durch das Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg, die das Projekt in Kooperation mit der Flüchtlingsunterkunft der AWO, Autokraft, Damp Stiftung und UKSH durchführt.

Kaum steht die rollende Praxis auf dem Gelände, klopfen schon die ersten Patienten bei dem Bergedorfer Arzt Qassem Mohammad an. Meist sind es nur Kleinigkeiten, die der Facharzt für Allgemeinmedizin zu versorgen hat. An Bord ist aber alles zu finden, was für eine Erstversorgung oder Untersuchung nötig ist.

„Es gibt ja verschiedene Modelle, ob man nun die Patienten gesammelt abholt und zum Arzt fährt, oder der Arzt eben zu den Patienten kommt. Es ist wichtig, die verschiedenen Modell anbieten zu können“, so die Gesundheitsministerin.

Die Kosten für das Projekt in Höhe von 237.000 Euro wird von der Damp Stiftung getragen. Ende Juni ist aber erst einmal Schluss. Dann läuft das Projekt aus. „Wir werden dann die Ergebnisse auswerten und sehen, wie es weitergeht“, erklärt Dr. Katja Götz. In die Bewertung sollen auch die ausgefüllten Fragebögen gehen, die den Patienten ausgehändigt wurden. Neben Büchen, wo derzeit 70 Flüchtlinge untergebracht sind, fährt die rollende Praxis auch Salem und Grambek an.

Die Art der ärztlichen Versorgung kann sich Ministerin Alheit gut als Zukunftsmodell vorstellen: „Es wäre schon eine Idee die rollende Praxis auch über die Dörfer fahren zu lassen. Das würde helfen die Versorgung auch in der Fläche sicherzustellen“. So wäre es zum Beispiel eine Möglichkeit, dass Ämter die rollende Praxis für ihre Dörfer buchen könnten. „Noch brauchen wir ja besondere Situationen wie mit den Flüchtlingen für die Umsetzung, aber ich denke, in einigen Jahren wird so etwas normal sein“, ergänzt Alheit.

Büchens Bürgermeister Uwe Möller findet die Idee gut. Er kennt die Schwierigkeiten Ärzte auf das Land zu holen. „Bereits bei der langwierigen Suche nach einer neuen Kinderärztin haben wir eng mit dem Praxisnetz zusammengearbeitet“, so Möller und erzählt, dass die finnische Partnergemeinde Liperi einen Reisebus zu einer Arztpraxis umgebaut hat um die Versorgung sicherzustellen.

wre rollende arztpraxis kw13 17

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