Sonntag, 02 April 2017 11:04

Zahlreiche Bürger informierten sich über den Kanalausbau

Zahlreiche Bürger informierten sich über den Kanalausbau Foto: hfr

Lesezeit: 3 Minuten

Büchen (LOZ). Fast 50 interessierte Bürger aus Büchen und den Amtsgemeinden besuchten das zweite „Büchener Gespräch“ der CDU Büchen. Sowohl das aktuelle Thema, der Elbe- Lübeck- Kanal, als auch der Lauenburger Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann sorgten dafür, dass alle Plätze belegt waren.

„Die Entscheidung für den Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals ist eine Grundsatzentscheidung und kein Flickwerk“, begann der Bundestagsabgeordnete seine Ausführungen. Über dieser Entscheidung hätte die Frage gestanden, ob der Kanal Zukunft habe oder eben keine. Für eine Zukunft müsse der Kanal mehr Verkehr aufnehmen können. „Ohne einen Ausbau würde unser Elbe-Lübeck-Kanal aufgrund der größeren Schiffe, die dieser nicht mehr aufnehmen könnte, wirtschaftlich verschwinden“, so Norbert Brackmann weiter. „Glücklicherweise ist die Entscheidung für den Kanal gefallen. Wasserstraßen und Schiene sind die Zukunft.“

Die Investition von fast einer Milliarde Euro sei auch dafür gedacht, den Kanal an das europäische Netz anzuschließen und zudem bliebe ein Teil der Investition auch in der regionalen Wirtschaft.

In der anschließenden Diskussion wurden die Bedenken vieler Bürger deutlich, dass bereits in den Medien veröffentlichte Karten Realität würden und so eine Beeinträchtigung für sie entstünde. Der Bundestagsabgeordnete antwortete hierauf: „Die Zeichnung ist von 1986. Viele Varianten, die es für den Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals gibt, sind noch nicht bekannt. Auf der Zeichnung wurde mit dem dicken Filzstift gezeichnet. Allerdings müssen alle Lösungsvarianten für Begradigungen o.ä. durch die Ingenieure geprüft werden, weshalb es noch keinen fixen Plan gibt.“ Auch einen Zeithorizont für die Durchführung des Ausbaus wolle er lieber nicht nennen, da wie bei anderen Großprojekten durch die lange Planungszeit und mögliche Klagen eine ungewisse Dauer resultiere.

Weiterhin gab es auch kritische Fragen zu der Sinnhaftigkeit der Investition, insbesondere zur Wirtschaftlichkeit des Ausbaus. Diese sei auch kalkulatorisch nicht gegeben, führt Norbert Brackmann aus. Dennoch sei die Maßnahme sinnvoll: „Ökologisch gesehen ist die Wasserstraße von allen Verkehrswegen die sinnvollste. Außerdem ist der Elbe-Lübeck-Kanal landschaftlich reizvoll und daher birgt er auch ein touristisches Potenzial. Dieses muss lokal entdeckt und ausgeschöpft werden. Dann kann die Region noch mehr profitieren.“

Es könne auch der Verteilerverkehr in der Region erfolgen, wenn die planerischen Voraussetzungen geschaffen würden.

Auch gibt es Hoffnung für die Büchener Kanalbrücke, die – wie die anderen Brücken des Elbe-Lübeck-Kanals auch- auf eine neue Brückenhöhe angepasst werden muss. So könnte die Brücke doch noch erneuert werden.

Nach der Diskussion waren alle Fragen der Bürger beantwortet und vor allem drei Botschaften bleiben: Erstens ist der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals zukunftsgerichtet und eine Chance für die Region. Zweitens sind noch keine Varianten für die jeweiligen Ausbauten festgelegt, geschweige denn alle überprüft. Zuletzt ist ein genauer Zeithorizont aktuell nicht zu benennen.

Am Montag, 3. April, kommen die nächsten hochkarätigen Politiker nach Büchen. Der Fraktionsvorsitzende im Landtag Thüringens, Mike Mohring, besucht Büchen zusammen mit dem Landtagsabgeordneten und Direktkandidaten für den Landtag Schleswig- Holsteins, Klaus Schlie.

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Sonntag, 02 April 2017 11:30 gepostet von Konkel

    Der Ausbau ist nicht wirtschaftlich, aber das touristische Potential soll es bringen? Der Bootssport ist überaltert, der Markt für gebrauchte Boote ist abgestürzt Für Sportboote ist der Kanal ohnehin groß genug. Eine Touristische Infrastruktur hat sich bis heute nicht entwickelt. Warum soll sich das durch einen Ausbau ändern?

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