Dienstag, 07 Mai 2013 13:31

Studie sieht schwere Zeiten für Printmedien

Verlagerung der Werbung von Printmedien zum Onlinemarketing schreitet voran

 

wre loz aufwaerts

Dem allgemeinen Trend folgend konnte auch die Lauenburger Online-Zeitung seit der Gründung 2011 deutlich einen Zuwachs an Leserzahlen verbuchen. Grafik: W. Reichenbächer

 

(wre). Bereits jetzt müssen viele Printmedien wie Tageszeitungen und Werbeblätter mit teilweise erheblichen Einbußen im Werbebereich leben. Nach einer Studie der ZenithOptimedia hält dieser Trend auch an. Bereits 2015 soll das Internet die Printmedien bei der Werbung überholt haben. Ob es dann zu weiteren Schließungen von Redaktionen kommt bleibt abzuwarten.

Die Studie geht von einer stetigen Abnahme der Werbung im Printbereich aus, und prognostiziert teilweise erhebliche Zuwächse im Onlinebereich. „In Deutschland haben die Werbungtreibenden im ersten Quartal insgesamt sehr vorsichtig agiert. Wir erwarten, dass die Budgets flüssiger freigegeben werden, wenn der weitere Jahresverlauf auf europäischer, aber auch auf globaler Ebene einsehbarer wird“, erläutert Frank-Peter Lortz, Chairman ZenithOptimedia. „Auch in Deutschland steigen jedoch die Investitionen in digitale Kommunikation weiter, angesichts der insgesamt niedrigen Wachstumsraten hauptsächlich auf Kosten anderer Gattungen“, fährt er fort. „So konnten wir im vergangenen Jahr ein Online-Wachstum von 11,2 Prozent feststellen und prognostizieren für das laufende Jahr ein Wachstum ähnlichem Niveau. Dagegen werden die Zeitungen mit -3,7 Prozent und die Zeitschriften mit -2,5 Prozent weiter verlieren. Bereits 2015 wird das Internet zum stärksten Werbeträger in Deutschland avancieren. Für ein Zeitungsland wie Deutschland sind das bittere Erkenntnisse.“

Die Verlagerung in den Onlinebereich bedeutet für die Gewerbetreibenden aber auch, zumindest mit einer sogenannten „Visitenkarte“ im Netz vertreten zu sein. Denn viele Kunden suchen ihr Geschäft oder Handwerker über das Internet. Doch gerade bei den kleinen Betrieben gibt es da noch Nachholbedarf. Laut einer Umfrage der Bitkom haben nur 45 Prozent der Betriebe mit bis zu 10 Mitarbeitern eine eigene Homepage. Je größer die Betriebe werden, desto häufiger sind auch Internetseiten zu finden.

Der Trend zum Onlinemarkting hat viele nachvollziehbare Gründe. Während das Internet jederzeit weltweit verfügbar ist, muss man für eine Printzeitung zum nächsten Kiosk laufen, oder bei einem Abo auf die Verteilung warten. Ähnlich sieht es bei Werbezeitungen aus, wo eine Auslieferung der Zeitung oder der Beilagen nicht immer sicher ist. „Bei Bannerwerbung wissen die Werbetreibenden, dass diese auch gesehen wird. Wer zum Beispiel bei einer Onlinezeitung bucht, erreicht eine höhere Aufmerksam auf sein Angebot“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Reichenbächer des Nachrichten & Medien Kontor Reichenbächer. „Beim Onlinemarketing werden die Banner direkt mit der Webseite des Werbenden verlinkt, für den Kunden ergeben sich so kürzere und direkter Wege zum Anbieter. Auch können Geschäfte schneller Angebote anbieten, oder auf ihre Beilagen verweisen“, ergänzt Reichenbächer. So profitieren vor allem potenzielle Kunden von dieser Form der Werbung. Wenn sie ein interessantes Angebot sehen, müssen sie nicht mehr umständlich die Adresse in den Computer eingeben oder anrufen, sie erreichen immer den Werbenden ohne Umwege. Auch ist die Werbung dann aktueller als die gedruckte Form, die eventuell schon wieder überholt sein könnte.

Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2013 12:45

Schreibe einen Kommentar

Nach der Eingabe müssen die Kommentare erst von der Redaktion freigegeben werden.