Dienstag, 12 Mai 2015 12:11

Privater Autohandel: Wie lässt sich der Marktwert ermitteln?

(LOZ). Viele Menschen hegen eine besondere Beziehung zu ihrem Fahrzeug - doch beim Verkauf des alten Wagens geht es zumeist nur darum, einen möglichst hohen Erlös zu erzielen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine präzise Wertermittlung im Vorfeld. Wird das Auto mit unrealistischen Preisvorstellungen inseriert, sehen sich seriöse Interessenten gleich nach Alternativen um. Wie kann der Marktwert bestimmt werden? Schließlich wächst der Gebrauchtwagenmarkt schon seit Jahren rasant an.



Wert nach Schwackeliste
Vor allem für junge Fahrzeuge, die zudem einen hohen Bestand aufweisen, ist die sogenannte "Schwacke-Liste" ausreichend präzise. Veröffentlicht vom Markt-Analysten "EurotaxSchwacke" wird der Fahrzeugwert in Abhängigkeit von Baujahr, Motorisierung und Gesamtfahrleistung angegeben. Nicht erfasst wird hingegen der individuelle Zustand des Wagens sowie die Ausstattung. Vor allem bei älteren Autos und Fahrzeugen mit geringem Bestand lässt die Genauigkeit der Wertlisten nach. Außerdem ist die Schätzung nicht kostenfrei.

Verkaufsbörsen ermitteln Durchschnittspreis
Ganz ohne Gebühren ist hingegen die Schätzung des Marktwertes bei mobile.de möglich. Zur Ermittlung greift die Online-Börse auf die eigene Datenbank zurück und ermittelt einen Durchschnittspreis, der sich aus den Preisforderungen der inserierten Fahrzeuge errechnet. Hierbei zeigen sich bereits gewisse Ungenauigkeiten: Zum einen wird der individuelle Zustand des eigenen Fahrzeugs nicht ermittelt, zum anderen sagt der Wert nichts über die tatsächlich gezahlten Preise aus. Üblich ist ein bereits einkalkulierter Verhandlungsspielraum von 10 bis 20 Prozent; viele Inserenten setzen den Wert aber gar noch höher an oder liegen gänzlich daneben. Alternativ ist es auch möglich, einem Gebrauchtwagenhändler das eigene Fahrzeug zum Kauf anzubieten. Die unterbreiteten Angebote dürften viele Interessenten aber schockieren: Die Offerten haben mit dem Marktwert wenig zu tun, schließlich will der Händler am Weiterverkauf verdienen. Außerdem kann er später aufgrund der Gewährleistungspflicht für Mängel haftbar gemacht werden, weshalb ein weiteres Polster einkalkuliert wird. Ein Vorteil besteht hingegen darin, dass der Verkäufer sich Arbeit erspart.

Privater Verkauf bringt hohen Ertrag
Wer bereits einmal privat ein Fahrzeug verkauft hat weiß, dass die zum Teil hartnäckigen Preisverhandlungen der Interessenten Nerven kosten können. Zudem wird auch Zeit benötigt, denn der Wagen muss für eine Besichtigung und eine eventuelle Probefahrt zur Verfügung stehen. Der Faktor Zeit spielt auch eine Rolle, wenn der Verkaufserlös für den Kauf des neuen Autos benötigt wird: Bis sich Kaufinteressenten melden, mit denen eine Einigung erzielt werden kann, können durchaus einige Tage vergehen. Letzteres gilt insbesondere für Exoten wie Elektroautos und Hybridautos: Der Markt ist noch überschaubar, die Interessenten sind rar. Viele potenzielle Käufer warten noch auf größere Technologiesprünge, die vor allem schnellere Ladezeiten und einen größeren Aktionsradius bringen sollen. Zudem ist die Lebensdauer von einer der teuersten Komponenten des Fahrzeugs - dem Akku - stark begrenzt, was Interessenten oft zurückschrecken lässt.

Wertermittlung durch Gutachter
Bei solch speziellen und seltenen Fahrzeugen sollte die Option in Betracht gezogen werden, einen Gutachter zu konsultieren. Ein Wertgutachten stellt auch bei späteren Verkaufsverhandlungen ein gewichtiges Argument dar, um auf die Preisforderungen zu beharren. Das Internet-Portal jetztautoverkaufen.de ermöglicht die Bestellung eines Sachverständigen aus der Nähe. Der Gutachter kann dann vor Ort nicht nur den Wert ermitteln, sondern auch direkt ein Ankaufangebot unterbreiten. Der Erlös lässt sich auf diese Weise zwar nicht maximieren, faire Angebote und ein sorgenfreier Verkauf an den Profi lassen diese Variante aber attraktiv erscheinen.

Letzte Änderung am Dienstag, 12 Mai 2015 12:48