Mittwoch, 07 November 2012 12:42

Nach einem Verkehrsunfall

akz unfall recht kw 45-12

Foto: Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des DAV e.V./akz-o


(akz-o). Im Vorfeld zum Stichtag Versicherungswechsel am 30. November buhlen Kfz-Versicherungen um Kunden – mit günstigen Beiträgen und gutem Service. Was sich auf dem Papier so schön anhört, bewahrheitet sich aber selten nach einem Verkehrsunfall. „Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt ist, sollte auf jeden Fall kostenlosen Rechtsbeistand in Anspruch nehmen. Ansonsten kürzen Versicherungen berechtigte Schadenersatzansprüche um durchschnittlich 20 Prozent“, sagt Verkehrsanwältin Daniela Mielchen von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) e.V.


Versicherungen zahlen nicht freiwillig
Das Ergebnis einer aktuellen Studie belegt, wie selten Autofahrer ihre Rechte gegenüber den Versicherungen durchsetzen. Zwar wussten 94 Prozent der befragten Autofahrer, dass sie ein Recht auf die Übernahme aller Kosten haben, 62 Prozent wussten aber auch, dass die Versicherung die Ansprüche nicht freiwillig zahlt. Die Konsequenz – Hilfe in Form eines Verkehrsanwalts – würden aber nur 45 Prozent in Anspruch nehmen. Warum verzichten so viele auf Rechtsbeistand? „Genau in diesem Bereich besteht große Unwissenheit“, sagt Daniela Mielchen.
„Unsere Studie hat ergeben, dass 56 Prozent der befragten Autofahrer nicht wussten, dass die gegnerische Versicherung den Anwalt zahlen muss.“ Von dieser mangelnden Rechtskenntnis profitieren die Versicherungen. Sie verdienen mit unberechtigten Kürzungen und unvollständigen Schadenersatzleistungen jährlich dreistellige Millionenbeträge, beispielsweise indem sie den Restwert des Autos anheben oder die Wertminderung des Fahrzeugs nicht berücksichtigen. „Ein Anwalt wird oft erst im Streitfall hinzugezogen, aber nicht um sicherzustellen, dass der Schadenersatz auch in voller Höhe ausgezahlt wird“, so Christian Janeczek, Fachanwalt für Verkehrsrecht. „Ohne Anwalt ist man dabei allerdings chancenlos, auch weil einem die Tricksereien der Versicherung häufig nicht einmal auffallen.“


„Rundum sorglos“ in der Kfz-Werkstatt
Bundesweit wollen Kfz-Werkstätten dem Treiben der Versicherungen nicht länger zusehen und bieten ihren Kunden „Rundum-sorglos-Pakete“ an. Das heißt die Werkstätten empfehlen ihren Kunden Rechtsbeistand, sodass sich diese nicht mehr um den Papierkram mit der Versicherung kümmern müssen. Der Vorteil: „Indem die Werkstätten mit unabhängigen Verkehrsanwälten kooperieren, garantieren sie ihren Kunden nicht nur eine stressfreie Abwicklung sondern auch die Auszahlung des Schadenersatzes in voller Höhe“, sagt Christian Janeczek. Fragen Sie also in Ihrer Werkstatt nach Rechtsbeistand, oder suchen Sie sich einen Anwalt in Ihrer Nähe unter www.verkehrsanwaelte.de.

Letzte Änderung am Mittwoch, 14 November 2012 15:10