Freitag, 21 Dezember 2012 15:18

Leser fragen – Experten antworten: Was ist Winterdiesel?

Der Nutzen des speziellen Kraftstoffs für die kalte Jahreszeit

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Experte der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS), Hans-Georg Marmit. Foto: dmd/KÜS


(dmd). Ich habe an der Tankstelle gelesen, dass es jetzt Winterdiesel gibt. Wozu braucht mein Auto das? Unser Experte der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS), Hans-Georg Marmit, gibt Antwort auf die Leserfrage.


Normaler Diesel eignet sich bei Temperaturen ab minus zehn Grad Celsius nicht mehr, weil der Kraftstoff dann ausflockt und nicht mehr flüssig bleibt. Es können sich Paraffinkristalle bilden, die den Kraftstofffilter verstopfen und den Durchfluss des Diesels vom Tank zum Motor verhindern. Dagegen enthält Winterdiesel Additive, die das Ausflocken von Paraffinen bei niedrigeren Temperaturen verhindern.

In Deutschland bieten Tankstellen daher zwischen dem 17. November und 29. Februar ausschließlich Winterdiesel an, der laut DIN EN 590 eine Fließgarantie bis minus 20 Grad besitzt. Für den Konsumenten ist normalerweise kein Unterschied zwischen Sommer- und Winterdiesel spürbar. Wer seinen Selbstzünder-Pkw allerdings nur selten bewegt, sollte den Tank bald mit Winterdiesel befüllen. Ansonsten kann es passieren, dass das Fahrzeug zwar in der heimischen Garage anspringt, aber nach wenigen Metern im Freien auf der Straße liegen bleibt. Daher empfiehlt sich, beim Tanken auch gleich den Ersatzkanister mit dem frostsicheren Kraftstoff zu füllen, ansonsten hilft der Reservesprit im Ernstfall nicht weiter.

Ein weiterer Grund für das Einfrieren des normalen Dieselkraftstoffs ist, dass dieser bis zu acht Prozent Wasser aufnehmen kann, das dann im Winter gefriert. Viele Diesel-PKW sind mit einer Filter-Vorwärmung ausgestattet, die den Betrieb mit Winterdiesel über den in der DIN-Norm festgelegten Temperaturgrenzwert hinaus sicherstellen.

Ist der Sommerdiesel im Tank einmal eingefroren, hilft nur das Auftauen in einer beheizten Garage. Auf externe Wärmequellen wie Gasbrenner oder ähnliches sollte allerdings aus Sicherheitsgründen verzichtet werden. Der Kraftstoff kann sich sonst entzünden. Auch vermeintliche Tricks, wie den Dieselkraftstoff mit Petroleum oder Benzin wieder flüssig zu bekommen, sollte verzichtet werden. Moderne Motoren vertragen solcherlei Zusätze nicht.

Letzte Änderung am Freitag, 28 Dezember 2012 12:22