Freitag, 08 März 2013 19:26

Fährt die Zukunft elektrisch?

Der Expertentipp zu Hybridautos

djd Bosch Gasoline Systems kw 10-11

Auftanken an der Steckdose: Sogenannte Plugin-Hybridfahrzeuge sind mit einem Elektro- und einem Benzinmotor ausgerüstet und lassen sich über kürzere Distanzen auch rein elektrisch bewegen. Foto: djd/Bosch, Gasoline Systems


(djd/pt). Welchen Antrieb soll das nächste Auto haben? Angesichts hoher Kraftstoffpreise und unter Umweltgesichtspunkten bewegt viele Autokäufer diese Frage. Bosch-Experte Simon Czerny mit seinen Einschätzungen zur Zukunft der Hybridtechnologie:


Reine Elektroautos oder Hybridfahrzeuge mit einer Kombination aus Verbrennungs- und E-Motor bilden derzeit auf den Straßen noch die Ausnahme. Wann wird sich die Technik durchsetzen?
- Bereits heute stellen immer mehr Hersteller Hybridmodelle in allen Fahrzeugklassen vor, vom Kleinwagen bis zur Oberklasse. Die Verkaufszahlen dürften in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen. Wir befinden uns derzeit am Übergang zum Zeitalter der Elektromobilität und werden bis zum Jahr 2020 einen deutlichen Zuwachs sehen.

Wird man das Auto künftig an der Steckdose in der Garage "auftanken" können?
- Der "Plugin-Hybrid" ist in der Tat ein vielversprechendes Konzept. Immer wieder an der heimischen Steckdose aufgeladen, kann man in Ballungsgebieten über Wochen hinweg umweltfreundlich rein elektrisch und emissionsfrei fahren. Gleichzeitig lassen sich mit dem Verbrennungsmotor auch lange Distanzen zurücklegen - etwa wenn es in den Urlaub geht.

Hybridautos sollen gegenüber konventionellen Antrieben bis zu einem Drittel Kraftstoff sparen. Bleibt dabei der Fahrspaß auf der Strecke?
- Keineswegs, gerade der Hybridantrieb begeistert mit kräftigem Durchzug und hoher Elastizität. Möglich macht dies die Kombination der beiden Motoren, für deren Steuerung eine komplexe Elektronik verantwortlich ist.

Führt die Technik dazu, dass man sozusagen das Autofahren neu erlernen muss?
- Nein, den Wechsel zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor regelt die Elektronik je nach Fahrsituation vollkommen selbstständig, ohne dass der Fahrer eingreifen müsste - und ohne dass man dies bemerkt. Allerdings zahlt sich beim Hybrid eine vorausschauende Fahrweise noch stärker aus: Wer im Verkehr mitschwimmt, dabei auch mal frühzeitig den Fuß vom Gas nimmt und sozusagen mit dem Auto bei inaktivem Verbrennungsmotor segelt, kann Geld sparen und die Umwelt entlasten.

Bis zu einem Drittel sparen
Die Vorteile eines Hybridantriebs liegen auf der Hand: Bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen Hybridfahrzeuge gegenüber vergleichbaren Modellen ohne Elektromotor ein. Möglich machen das mehrere Komponenten, wie sie beispielsweise Bosch entwickelt und fertigt: Herzstück ist der Elektromotor, der neben dem Verbrennungsmotor das Fahrzeug antreibt. Bremsenergie wird zudem in elektrische Energie umgewandelt und in der Batterie gespeichert. Das "Gehirn" des Systems bildet eine spezielle Elektronik, die die Energieströme steuert.

Letzte Änderung am Samstag, 16 März 2013 12:45