Samstag, 16 März 2013 12:53

Leser fragen, Experten antworten: Wie liest man das Öko-Label?

Die Umwelteigenschaften des PKWs auf einen Blick

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Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrzeugexperte des TÜV Rheinland. Foto: dmd/TÜV


(dmd). Seit 2011 ist es Pflicht für alle Neuwagen, doch noch nicht jeder versteht, wie das Öko-Label auf den Fahrzeugen funktioniert und richtig zu lesen ist. Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrzeugexperte des TÜV Rheinland, gab uns Antwort auf diese Leserfrage.


„Seit Ende 2011 müssen alle Neuwagen beim Verkauf oder Leasing mit dem sogenannten Pkw-Label gekennzeichnet sein. Wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen bereits seit längerem üblich, werden darauf unter anderem die Verbrauchs- und CO2-Werte des jeweiligen Fahrzeugs genannt. Kunden sollen so auf einen Blick die Umwelteigenschaften des jeweiligen Modells erkennen und mit anderen Fahrzeugen der gleichen Klasse vergleichen können.

Wichtigstes Hilfsmittel dabei ist die Effizienzklassen-Einteilung, die sich auch optisch hervorgehoben und farblich unterlegt auf dem Öko-Label befindet. Die aktuell beste Klasse ist A+. Sie wird vor allem von Elektro- und Hybridautos, aber auch von einigen besonders sparsamen Dieselmodellen erreicht. Zurzeit gibt es rund 100 entsprechende Modelle. Ebenfalls zeitgemäß sparsam sind Neuwagen der Effizienzklasse A, B und C, dahinter beginnt schon das graue Mittelfeld. Am unteren Ende der Skala rangiert die Effizienzklasse G, in der sich vor allem Sportwagen und Autos mit großen und leistungsstarken Benzinern finden.

Die Grundlage der Effizienzklassen-Einteilung ist die Relation von Verbrauch beziehungsweise CO2-Ausstoß und Gewicht. Diese Art der Berechnung ist nicht ganz unumstritten, da sie zu einigen kuriosen Phänomenen führt. So erhält etwa der Zwei-Tonnen-Geländewagen Porsche Cayenne S mit einem Normverbrauch von 10,5 Litern Super Plus die gleiche Einstufung wie der knapp 1.000 Kilo schwere Smart Fortwo mit seinen 5,2 Litern Super Plus – nämlich „E“. Kritiker sprechen dem Öko-Label daher jede Aussagekraft ab.

Blind verlassen können sich umwelt- oder kostenorientierte Autokäufer auf das Öko-Label also nicht. Trotzdem hilft das Label-Raster bei der groben Orientierung, vor allem beim Vergleich von Fahrzeugen aus dem gleichen Segment und einer ähnlichen Gewichtsklasse. Wichtiger dürften aber bei ansonsten ähnlichen Voraussetzungen die absoluten Verbrauchs- und Emissionswerte sein. Und die finden sich ebenfalls auf dem Öko-Label. Dazu gibt es Informationen über die jeweilige Kfz-Steuer und die zu erwartenden Kraftstoff- oder Stromkosten für 20.000 Kilometer Fahrt.“

Letzte Änderung am Samstag, 23 März 2013 14:16