Dienstag, 16 April 2013 17:20

Verkehrsregeln: Mitschuld trotz korrektem Verhalten

Blindes Vertrauen ist laut einem Gerichtsurteil unangebracht

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Auch wer die Vorfahrt hat, macht sich unter Umständen schuldig. Foto: dmd/sp-x

 

(dmd). Wer allzu blind den Verkehrsregeln folgt, macht sich unter Umständen strafbar. Dies zeigte jetzt ein Urteil des Oberlandesgerichts München.


In dem verhandelten Fall hatte eine Autofahrerin einem Motorradfahrer die Vorfahrt genommen, woraufhin es zu einer Kollision beider Fahrzeuge kam. Als die Pkw-Fahrerin unachtsam in die Kreuzung einfuhr, war der Motorradfahrer jedoch noch weit entfernt und hätte durch maßvolles Bremsen zum Stehen kommen können. Die Frau verweigerte daher die volle Schuldübernahme.

Zu Recht: Zwar gilt im Straßenverkehr der sogenannte Vertrauensgrundsatz, nachdem sich ein Verkehrsteilnehmer grundsätzlich darauf verlassen darf, dass sich andere an die Verkehrsregeln halten. Blindes Vertrauen ist nach Ansicht des Gerichts allerdings auch nicht angebracht. Die Richter sprachen dem Motorradfahrer daher eine Mitschuld von 30 Prozent zu. (Az.: 10 U 2595/12)

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 April 2013 16:13