Dienstag, 07 Mai 2013 09:35

Leser fragen, Experten antworten: Wann lohnt sich Allrad, wann nicht?

Vorteile und Nachteile des vierrädrigen Antriebs

 

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Unser Experte der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS), Hans-Georg Marmit, gibt Antwort. Foto: dmd/KÜS

 

(dmd). Soll ich oder soll ich nicht? Bei dieser Frage einer unserer Leser ging es um den Allradantrieb. Unser Experte, Hans Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der KÜS, erläutert was ein Allradantrieb bringt und wo er Probleme schafft:


„Dass die Idee der vier angetriebenen Räder reizvoll ist, spiegelt sich seit Jahren im steigenden Anteil der Allrad-Fahrzeuge in Deutschland wider. Tatsächlich notwendig ist der Vierradantrieb allerdings selten. Bei einem Aufpreis von im Schnitt 2.000 Euro bei einem Neuwagen sollte die Entscheidung also wohlüberlegt sein.

Vier angetriebene Räder bieten eine bessere Traktion als zwei. Haben beispielsweise die Vorderräder auf nassem Laub Schlupf, sorgen die ebenfalls angetriebenen Hinterräder für ein sicheres Fortkommen. Diesen Vorteil können die Allrad-Autos allerdings im täglichen Straßenverkehr kaum ausspielen.

Jäger, Förster oder Landwirte, die mit ihrem Pkw oft in schwererem Gelände unterwegs sind, bekommen die Qualitäten des Vierradantriebs zu spüren. Für den Sonntagsausflug auf dem halbwegs befestigten Waldweg ist aber kein Allrad erforderlich. Wer oft in bergigen Regionen mit schneereichen Wintern unterwegs ist, für den sind vier angetriebene Räder durchaus angebracht. Das Allrad-Auto bewältigt steile, verschneite Straßen meist souveräner.

Auch als Zugfahrzeug für schwere Anhänger hat ein Allrad-Pkw Vorteile gegenüber einem mit nur zwei angetriebenen Rädern. Vorzüge hat der Vierradantrieb auch bei hoch motorisierten Autos und sportlicher Fahrweise. In Kurven sorgt er für mehr Traktion und hilft zum Beispiel ein Übersteuern zu verhindern, also ein Ausbrechen des Hecks.

Wer glaubt, Allradantrieb für einen potenziellen Ernstfall zu benötigen, sollte sich im Klaren darüber sein, dass vier angetriebene Räder im Alltag auch einen entscheidenden Nachteil haben. Wegen des höheren Gewichts und der mehr bewegten Teile, die für den Vierradantrieb im Auto sind, steigt der Kraftstoffverbrauch – oftmals um mehr als einen Liter auf 100 Kilometern. Das gilt auch, wenn der Allradantrieb nicht permanent aktiv ist, sondern zugeschaltet werden kann.“

Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2013 12:42