Donnerstag, 04 Juli 2013 18:35

Geisterfahrer: Warnhinweise an Autobahnen gefordert

 

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 Die gelben Warntafeln haben in Österreich zu weniger Falschfahrern geführt. Foto: ADAC/Bastian Fischer/news2do.com

 

(news2do.com/mn).Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen werden hierzulande jedes Jahr etwa 1.800 Geisterfahrer über das Radio gemeldet. Verkehrsexperten gehen jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

Wie eine Umfrage der GfK im Auftrag des Kfz-Direktversicherers DA Direkt zeigt, wünschen sich mehr als 70 Prozent der deutschen Autofahrer auffällige Warnhinweise an allen Autobahn-Auffahrten, um das Risiko von Falschfahrern zu minimieren. 61 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass zusätzliche Fahrbahnmarkierungen in Form von Pfeilen potenzielle Geisterfahrer aufhalten könnten.

Technische Lösungen wie den Alarm per Navigationssystem oder Radarsysteme an Auffahrten halten nur knapp 40 Prozent für eine geeignete Lösung. Rund jeder Dritte (ca. 36 %) hält die aus den USA bekannten Metallkrallen für empfehlenswert. Diese schlitzen die Reifen von Fahrzeugen auf, die eine Autobahnauffahrt entgegen der Fahrtrichtung befahren.

Die häufigen Berichte über Unfälle von Geisterfahrern mit Todesfolge in den vergangenen Monaten haben dazu geführt, dass knapp jeder vierte Autofahrer verstärkt darauf achtet, ob er auch wirklich die richtige Auffahrt nimmt. Bei jedem achten Studienteilnehmer fährt trotzdem ein mulmiges Gefühl mit. Vorausschauendes Fahren wird für viele immer wichtiger. Immerhin: Acht Prozent meiden aus Angst vor Falschfahrern grundsätzlich Autobahnen und nehmen dafür längere und zeitaufwändigere Strecken in Kauf.

Vor allem Männer neigen dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen, wenn sie auf einen Geisterfahrer treffen: Jeder dritte männliche Autofahrer denkt, dass er mit vorausschauender Fahrweise einem Geisterfahrer ausweichen kann. „Diese Überschätzung kann allerdings gefährlich werden: Denn es ist ein Trugschluss anzunehmen, durch aufmerksames Fahren könnte man im Ernstfall einem Falschfahrer entkommen", warnt Norbert Wulff, Vorstand bei DA Direkt.

Jeder zweite Pkw-Fahrer schätzt seine Fahrqualitäten als gut ein und meint, niemals selbst versehentlich falsch auf die Autobahn aufzufahren. Auch hier geben sich vor allem Männer (55 %) und jüngere Fahrer (18- bis 29-jährige mit 60 %) selbstbewusst.

Was tun, wenn gewarnt wird?
Wird vor einem Falschfahrer gewarnt, gilt grundsätzlich folgendes: Geschwindigkeit drosseln, ganz rechts fahren und nicht überholen, solange die Warnmeldung nicht aufgehoben wird. Statistisch gesehen ereignen sich die meisten Falschfahrten in den Monaten Juli bis Oktober. Am Wochenende gibt es deutlich häufiger Geisterfahrer als an Werktagen: Die Nächte von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag gelten als besonders gefährlich.

Letzte Änderung am Freitag, 12 Juli 2013 14:51