Mittwoch, 28 August 2013 19:13

Verkehrsrecht: Zu dichtes Auffahren kann teuer werden

 

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Zu dichtes Auffahren kann teuer werden. Foto: Auto-Reporter.NET

 

(Wolfgang Büser/ Auto-Reporter.NET). Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass Autofahrer auf der Autobahn, die länger als drei Sekunden oder über eine Strecke von mindestens 140 Metern zu dicht auffahren, dafür ein Bußgeld zu zahlen haben. Im konkreten Fall ging es um ein Bußgeld in Höhe von 180 Euro, weil ein Autofahrer mit Tempo 130 über eine Strecke von 123 Metern lediglich mit einem Abstand von 26 Metern zum vorausfahrenden Fahrzeug unterwegs war. Ein Abstandsverstoß könne nach der Rechtsprechung geahndet werden, wenn der Sicherheitsabstand nicht nur vorübergehend unterschritten wird - wenn also ein Autofahrer über längere Zeit zu dicht auffährt.

Verkehrssituationen, bei denen nur kurzzeitig ein zu geringer Abstand auftrete, stellen keine schuldhafte Pflichtverletzung dar (zum Beispiel, wenn das vorausfahrende Fahrzeug plötzlich bremst oder die Fahrspur wechselt.) Bei zu geringem Abstand könne jedoch von einem Fahrer verlangt werden, dass er in drei Sekunden die Distanz zum Vordermann wieder vergrößert. Um Schnellfahrer nicht zu bevorzugen, legte das Gericht eine weitere Grenze fest: Auch wer auf einer Strecke von 140 Metern den Sicherheitsabstand nicht einhält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Denn wer 140 Meter in weniger als drei Sekunden zurücklege, überschreite die Autobahn-Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern, so das Gericht. Er müsse daher den Mindestabstand auch schneller wiederherstellen. (Zu dem Problem, dass auch dessen "Hintermann" ihm fast auf der Stoßstange sitzen könnte, brauchte sich das Gericht nicht zu äußern.) (OLG Hamm, 1 RBs 78/13) 

Letzte Änderung am Donnerstag, 05 September 2013 15:57