Donnerstag, 17 Oktober 2013 12:40

Kollisionen beim Rechtsabbiegen: Autofahrer zu 90 Prozent schuld

Laut einer UDV-Studie ignoriert ein Großteil den Schulterblick

 

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Kollisionen zwischen Radlern und Autos werden in sehr vielen Fällen durch den fehlenden Schulterblick der Autofahrer verursacht. Foto: dmd/UDV

 

(dmd). Eigentlich ist es eine klassische Übung während der Fahrschulzeit, die man sich für den Rest des Autofahrerlebens einprägen und angewöhnen sollte: Man biegt mit dem Auto rechts ab, und schaut, bevor man das Lenkrad einschlägt, noch kurz über die Schulter, um zu prüfen, ob von dort ein Radfahrer kommt. Tatsache ist: Die meisten Autofahrer tun dies viel zu oft nicht. Und sorgen so für Unfälle, die in 80 Prozent zu Verletzten führen. Dies ergab eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV).


2012 gab es in Deutschland nach Angabe der UDV insgesamt 74.961 Unfälle mit Radfahrern und Personenschaden. 417 Menschen verloren dabei das Leben, 14.496 wurden schwer, 64.835 leicht verletzt. Diese Unfälle passierten in zwei Dritteln der Fälle während das Auto rechts abbiegen wollte – und die Radfahrer geradeaus weiterfahren. Verursacht wurden sie durch falsches Verhalten der Autofahrer: Anstatt sich vor dem Einfahren in die Straße zu vergewissern, dass von hinten kein Radfahrer kommt, sprich: den so genannten Schulterblick zu machen, bog jeder dritte Fahrer einfach so nach rechts ab – und verursachte dadurch einen Unfall.

Besonders oft geschah dies laut der Studie dann, wenn sich der Radfahrer auf Radwegen bewegte, die zwischen zwei und vier Meter entfernt von der Straße lagen. Einige davon kamen auch zustande, weil sich der Radfahrer falsch verhielt und zum Beispiel in die falsche Richtung fuhr oder sich auf dem Gehweg fortbewegte.

Kommt es zu einer Kollision in so einer Situation, ist die Verletzungsgefahr erheblich. „In einem Crashtest, bei dem beide Verkehrsteilnehmer, also Radfahrer und Autofahrer, mit einer Geschwindigkeit von gerade mal 20 km/h während einer Abbiegesituation aufeinander prallten, hätte sich der Radfahrer schwerste oder sogar tödliche Verletzungen zugezogen“, erklärt Siegfried Brockmann, der Leiter der UDV. Um die Zahl dieser Art von Unfällen zu vermindern, rät der Verband dazu, Kreuzungen übersichtlicher zu gestalten, eigene Ampelphasen für Radfahrer einzusetzen und die Verkehrsteilnehmer zu aufmerksamerem Verhalten zu erziehen.

Letzte Änderung am Donnerstag, 24 Oktober 2013 12:13