Vogelgrippe und Stallpflicht: Unklare Kennzeichnung von Eiern schafft Verwirrung

Vogelgrippe und Stallpflicht: Unklare Kennzeichnung von Eiern schafft Verwirrung Foto: W. Reichenbächer

Lesezeit: 2 Minuten

(LOZ). Ob ein Freilandei wirklich aus Freilandhaltung stammt, können Käufer derzeit kaum erkennen. Einige Bundesländer umgehen die korrekte Kennzeichnung „aus Bodenhaltung“, indem sie die Stallpflicht kurz beenden und neu verhängen. Die Verbraucherzentrale befürwortet eine transparente Lösung in Form eines Aufklebers, der auf Bodenhaltung wegen der Stallpflicht hinweist.

Die unklare Kennzeichnung von Eiern verunsichert Verbraucher. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale eine einheitliche Regelung. Seit Ausbruch der Vogelgrippe im November 2016 müssen Hühner in ganz Schleswig- Holstein und in anderen betroffenen Regionen Deutschlands im Stall bleiben, damit sich die Vogelgrippe nicht noch stärker verbreitet. Trotzdem durften die betroffenen Legebetriebe ihre Eier für 12 Wochen ab Beginn der Stallpflicht weiterhin als Freilandeier verkaufen. Jetzt ist diese Frist überschritten. Betriebe mit Freilandhaltung müssen ihre Eier nun mit Bodenhaltung kennzeichnen.

Aufkleber mit Zusatzhinweis ist eine gute Lösung

Im Handel finden sich nun unter anderem Freilandeier mit einem zusätzlichen Aufkleber auf der Verpackung, der auf die vorübergehende Bodenhaltung aufgrund der Stallpflicht hinweist. „Für Verbraucher ist das eine gute Lösung“, sagt Gudrun Köster, Expertin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Wer auf eine artgerechte Tier-haltung Wert legt, trifft mit diesen Eiern nach wie vor eine gute Wahl, denn die Hennen dürfen nach Ende der Stallpflicht wieder ins Freiland. Wenn Verbraucher diesen Lieferanten treu bleiben, unterstützen sie die Freilandhaltung auch für die Zukunft.“

Mogelpackungen aus anderen Bundesländern

Bei Freilandeiern ohne Zusatzhinweis auf die Stallpflicht sollten Verbraucher auf die Herkunft achten. „Wir rechnen damit, dass jetzt mehr Freilandeier aus dem Ausland in den Handel kommen“, sagt Gudrun Köster. Die Transporte bedeuten eine zusätzliche Belastung für Umwelt und Klima. Außerdem umgehen einige Bundesländer die 12-Wochen-Regelung, indem sie die Stallpflicht beenden und direkt neu verhängen. So können die Eier unbegrenzt als Freilandeier verkauft werden. „Wir empfinden das als Täuschung der Verbraucher und lehnen diese Praxis ab“, so die Expertin. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, trotz Stallpflicht Eier aus der Region zu kaufen.

Ausnahme für Bio-Eier

Bio-Eier sind von der 12-Wochen-Regelung für die Kennzeichnung von Freilandeiern ganz ausgenommen. Bei der Biohaltung gelten besondere Bestimmungen nicht nur für den Auslauf im Freien, sondern auch für Futter, Arzneimittel und Bewegungsfreiheit. Die Verbraucherzentrale sieht die Ausnahme kritisch. „Wir fordern eine klare Kennzeichnung, damit Verbraucher beim Einkauf erkennen können, welche Freilandeier oder Bio-Eier von der Stallpflicht betroffen sind“, so Köster. Diese Kennzeichnung sollte einheitlich sein und möglichst von Beginn der Stallpflicht an gelten.

Letzte Änderung am Freitag, 17 Februar 2017 18:00